Art. 8 GG et al.

Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.

Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes begeschränkt werden.

Soweit Artikel 8 des Grundgesetzes, den wir ab heute auch den Flashmob-Artikel nennen könnten. Trotz Erkältung (warum krieg ich die eigentlich immer in den sommerlichen Monaten?), mit verklebter Rübe und laufender Nase fuhr ich heute mittag – tatsächlich ein wenig aufgeregt – zum ersten Flashmob meines Lebens (Demo ist ja sowas von gestern!) zum Washingtonplatz.

Wir haben gelesen. Es hörte sich ein wenig wie ein gemeinsames Gebet an, zuerst unsicher gemurmelt, dann etwas sicherer, und beim Satz „Eine Zensur findet nicht statt“ sogar sehr laut und entschieden. Beobachtet wurden wir von zwei Ordnungshütern zu Fuß und einigen mehr zu Wanne, und nach zwanzig Minuten war alles vorbei. Irritierte Touristen wurden zwangsweise mit Grundgesetzen beschenkt, und gut.

Doch, wirklich. Geschätzte zwei-, dreihundert, vielleicht sogar ein paar mehr kamen auf den Washingtonplatz, der allerdings noch mehr GG-Leser hätte aufnehmen können. Trotzdem hatte nachher neben der Erkältung noch ein gutes, demokratisches, grundgesetztreues Gefühl Platz in meinem Kopf.

Anderswo… Tscha. Was ich so höre, klebten anderswo potentielle GG-Leser lieber gespannt vor dem Fernseher und guckten „Deutschland sucht den Superpräsidenten“, sie waren von der falschen Seite, oder sie waren gleich raus ins Grüne, Sonnige gefahren. Die öffentlichen GG-Lesungen – ein Flop?

Ach ja – ich habe eine flickr group „Grundgesetzlesen“ eingerichtet. Bis jetzt fühlen sich da meine Bilder noch etwas einsam – wenn jemand seine dazupacken würde, könnte ja noch ein Bildermob draus werden…

Via web von Bluelectric ePost