All the Pretty Horses

All the Pretty Horses heisst „Alle die niedlichen Hottehühs“ und ist derzeit in den USA ein Filmtitel. Nach einem Buch. Habe das eine nicht gelesen und den anderen nicht gesehen. Manchmal lebt man am Leben einfach vorbei.

Habe dagegen Pferde gesehen. Und Pferdeställe. Und Pferdekoppel. Und Pferdeäpfel (nun gut, die konnte ich vom Flieger aus höchstens erahnen, und selbst das ist geprahlt). Denn ich war, wenigstens ein paar Stunden, in Kentucky.

(„Schnucki, ach Schnucki, fahr ma nach Kentucky!“)

Ich war da zwar wg. was völlig anderem, aber ich habe mal wieder, gerade zwei Flugstunden von Washington entfernt, US-Landluft geschnuppert. Und – es folgt Unreflektiertes – wieder mal gesehen, wie weitab von jeder Zivilisation die Bewohner dieses Landes sein können. Mitten in der Stadt. NRA-Aufkleber (NRA ist der ADAC der Waffendeppen), grosse Pickups, 80er-Jahre-Dauerwellen (nicht bei den Pferdezüchtern, nicht bei den Pferden…), der Zwang, einen Mietwagen zu nehmen, weil es am Flughafen für Stunden keine Taxis gibt – und eine Kollegin von der örtlichen ABC-Station, die es gar nicht glauben konnte, dass einer von ausserhalb in ihr verschlafenes Nest kommen wollte.

Auf dem Rückweg unterhielt ich mich mit meinem Kameramann darüber, was an Lexington so miefig sei. Wir waren übereinstimmend der Meinung, es müsse an der Arroganz des Grossstadtkindes liegen.

Technische Anmerkung: Ab sofort steht in den Diskussionsseiten der neueste Eintrag immer unten auf der Seite. Erstens liest es sich dann logischer, auch wenn der Scrollaufwand grösser ist, und zweitens zerschiesst ein Eingabefehler dann wenigstens nur den letzten Eintrag, und nicht alle.

So, und jetzt hören wir uns alle zusammen den Foggy Mountain Breakdown in der unsäglichen Midi-Version an und träumen von Lexington, Kentucky, und von den vielen Pferden.