Aktenzeichen 1 BVR 256/08

Nicht gut, dass man ein klein wenig zusammenzuckt, wenn eine Mail von einem Anwalt eintrudelt. Die ersten Zeilen machen dann aber klar, dass der Anwalt nicht gegen den Empfänger handelt, sondern – unter anderem – in seinem Auftrag:

Liebe Beschwerdeführerinnen und Beschwerdeführer,

Sie haben sicher der Presse entnommen, dass die Sammelverfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung am vergangenen Freitag, den 29.02.2008, beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht wurde. Insgesamt hat diese Verfassungsbeschwerde damit 34.451 Beschwerdeführer.

34.451! Joy!

Im weiteren Verlauf der Mail erläutert der Anwalt, wie es weitergeht: Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichtes hat sich für die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung für zuständig erklärt und wird zunächst, nach Ansicht des Anwalts noch im März, über den Antrag zur Aussetzung der Vorratsdatenspeicherung bis zum Urteil des Gerichts entscheiden.

Und dann schreibt der Anwalt noch, dass meine Daten und die der 34.450 Mitbeschwerdeführer bei ihm, seinen Mitarbeitern und dem Bundesverfassungsgericht sicher sind.

Die Angaben zum Namen, Anschrift, Beruf und Betroffenheit werden dem Gericht auch in elektronischer Form übermittelt, die Weitergabe Ihrer email-Adresse, der Telefon- oder Faxnummer ist dagegen nicht vorgesehen.

Ich werde die Namen der Beschwerdeführer nicht veröffentlichen oder an Dritte weitergeben. Auch das Gericht wird die Namen nicht veröffentlichen.

Das ist OK, und meine Mail-Adresse muss auch niemand wissen. Aber ich lege durchaus Wert darauf, dass man weiß: Konstantin Klein, Netzbürger aus Berlin und Autor des Weblogs bluelectric.org, ist gegen die Vorratsdatenspeicherung und hat mit 34.450 Mitbürgerinnen und Mitbürgern dagegen Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt. Punkt.