Ahoi (und ’ne Buddel voll Rum)!

Das ist der Beweis, dass ich mich durch Dummheit, auch politische Dummheit (gemeint: die Dummheit der anderen, kurz: dDda!), zu kurzfristigen, ja, Kurzschluss-Redaktionen Reaktionen hinreissen lasse. Seit gestern (bzw., wenn wir nach dem Kalender der PPD gehen, schon seit einem Monat) bin ich also Mitglied einer Splitterpartei mit beknacktem Namen.
 
Warum das wichtig ist?
 
Irgendwann im letzten Jahrtausend – ich war jung, brauchte Geld und überhaupt – war ich für einige Jahre Mitglied in einer Partei. In welcher, tut hier wenig zur Sache. Als diese Partei sich dann, ebenfalls im letzten Jahrtausend, aus der Regierungskoalition löste und mit einer anderen Partei eine neue Koalition einging (womit Historikern auch klar sein dürfte, um welche Partei es sich gehandelt hatte), war ich so enttäuscht von parteibasierter Politik, dass ich meine politische Tätigkeit auf freie Meinungsäußerung und das gelegentliche Kreuzchenmalen beschränkte. 27 Jahre Beleidigtsein dürften aber wohl ausreichen.
 
Exkurs: Ein Grund für meinen Austritt war, dass die Partei meiner Wahl sich bis zu ihrer innerparteilichen Wende vor allem für Freiheits- und Bürgerrechte eingesetzt hatte (der Grund meines Eintritts), danach aber Freiheit nur noch im Zusammenhang mit ungehinderter Ausübung wirtschaftlicher Tätigkeiten kennen wollte (was ich nun nicht so wichtig fand, um darauf gleich eine ganze Partei aufzubauen).
 
Tscha. Nach über einem Vierteljahrhundert nun also wieder in etwas, das sich „Partei“ nennt. Ich bin auf die Kontakte gespannt, die über Mailing-Listen, Foren und Wikis hinausgeht, werde sie urlaubshalber aber erst in anderthalb Wochen aufnehmen können. Ehrlich gesagt: Ich bin mir nicht sicher, ob Splitterparteien das richtige Mittel sind, politisch aktiv zu werden – oft genug gibt es ganz gewichtige Gründe, warum sie Splitterparteien sind und bleiben. Andererseits: Könnte mir nach der Diskussion der letzten Tage und Wochen jemand eine andere, sinnvolle Plattform nennen? Ich meine die Frage durchaus nicht rhetorisch: Vorschläge nehme ich gerne entgegen – übrigens auch gerne von meinen neuen Mitpiraten, die mich hoffentlich nicht gleich über die Planke schicken werden.
 
Gleichzeitig bleibt aber die Frage offen, die ich gestern an dieser Stelle schon gestellt habe: Haben wir nicht Grund, auch über andere Aktions- und Organisationsformen nachzudenken?

Via email von Bluelectric ePost