Agenda setting

Ich lese zwar keine Zeitung mehr, informiere mich aber – versteht sich wohl von selbst, oder? – weiterhin morgens, mittags und abends über die Dinge, die so in der Welt vorgehen; dabei spielen für mich neben dem meines eigenen Arbeitsgebers die Newsletter von zeit.de, nzz.ch und, nun ja, SParGEL.de (ach guck – Verlagshäuser der klassischen Machart!) tragende Rollen. Ich würde dafür sogar glatt bezahlen, wenn man mich ließe – aber darum geht es jetzt nicht.

Heute morgen also in meiner Mailbox:

Geheimdienste, xKeyScore, Spionage
Geheimdienste, xKeyScore, Spionage

Drei Geschichten zum Thema „NSA/BND/Schnüffelei“ also. Am Stück. Nun ist die ZEIT, und damit auch ZEIT online, ein eher unaufgeregtes Erzeugnis, was einer der Gründe ist, sie zu schätzen.

Wenn nun aber der Themenkomplex Datenschnüffelei sogar in derart verschnarchten gelassenen, dem Populismus oder gar dem Umsturz eher abgeneigten Medien wie der ZEIT immer größeren Raum einnimmt…

…dann, liebes Mitvolk, verstehe ich umso weniger, dass er, der Themenkomplex, und die damit verbundene Verletzung und Einschränkung grundlegender Bürgerrechte in der, nein, in deiner öffentlichen Meinungs- und Willensbildung (Bundestagswahl!) eine so schändlich untergeordnete Rolle spielen.

Host mi?

2 Gedanken zu „Agenda setting“

  1. Wenn unsere Kanzlerin, adrett gekleidet, gelegentlich, dabei zeitlich-strategisch richtig platziert, einige gehaltvoll scheinende, tatsächlich jedoch inhaltsleere Allgemeinstatements zu den die Öffentlichkeit bewegenden Themen äußert, bzw. ihren Regierungsseibert äußern lässt (dann ja bekanntlich noch effektiver inhhaltsbereinigt oder Leere-schwanger, wenn man so will), und wenn sie dann noch rein zufällig — bloß korrelativ — zeitlich und geografisch dort anwesend ist, wo es der Wirtschaft ohne jegliches Regierungszutun halbwegs gut geht und die Arbeitslosenzahlen — interessegeleitet nach unten korrigiert — einigemaßen niedrig sind,
    dann, und genau dann ist sie mit ihrer Regierung in den Augen der breiten Öffentlichkeit äußerst erfolgreich. Dies unterstützt von der großen Schar der inzwischen offenbar völlig in Gleichschaltung vereinigten „Leitmedien“.

    Oder ist das alles vielleicht bloß das Erfolgsergebnis des frei empfangbaren Verblödungsfernsehens?

    Immerhin muss man mittlerweile ja auch irgendwie hanebüchen erklären können, wie die FDP gar wieder ziemlich zuverlässig oberhalb der 5,0 Prozent ankommt… wo einem sogar das Kopfschütteln im Halse stecken bleibt.

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