@Ach @wie @lustig!

Hach ja. Har, har. Ist ja rasend komisch, diese Sache mit den dämlichen Hauptstadtjournalisten, die noch nicht einmal wissen, dass man keinen Twitter-Account braucht, um @RegSprechers tweets mitzulesen.

Bru. Ha. Ha. Und diese Menschen wollen uns die Politik erklären.

Die Sache ist nämlich die: Journalisten sind zwar in einer Branche tätig, die was mit Kommunikation zu tun hat; sie sind aber nicht von Geburt an technikaffin (übrigens wie viele andere Menschen auch nicht). Ich habe beim Radio Kollegen erlebt, die sich geweigert haben, Bänder zu schneiden (als man beim Radio noch Bänder schnitt). Das ist lange her. Es ist aber keine zehn Jahre her, dass ich leitende Redakteure dabei beobachtete, dass sie Emails diktierten. Es ist keine drei Jahre her, dass eine jüngere Kollegin sich um Kopf und Kragen argumentierte, weil sie ein Video-Vorschau- und Schnittsystem nicht anfassen wollte. Und natürlich kenne ich Kollegen, die den Support anrufen, weil der PC sich nicht einschalten lässt (weil die Putzfrau Raumpflegefachkraft vergessen hatte, nach dem Staubsaugen den Stecker des PC wieder in die Steckdose zu stöpseln).

Das sind alles gute, sehr gute Journalisten, die nur eins eint: Skepsis gegenüber und Angst vor neuen technischen Entwicklungen. Weil sie nicht technisch denken, weil ihnen intelligent erscheinende Technik unheimlich ist, weil ihnen andere Dinge einfach wichtiger sind.

Und wie der Austausch in der Bundespressekonferenz zeigte, leben einige ihre Angst und ihr Unwissen eben mit Fragen aus, die – haha, hihi – uns Eingeweihten furchtbar dämlich vorkommen.

Wisst ihr was?

Es gehört zum Handwerk eines Journalisten, unklare Sachverhalte durch Fragen aufzuklären – und seien sie manchmal auch noch so dämlich, was nur auf verbesserungswürdige Vorarbeit schließen lässt. Über diese dämlichen Fragen kann man mehr oder weniger höflich, mehr oder weniger laut lachend hinweggehen. Man kann sich aber auch selbst zum Horst machen, indem man aus einer dämlichen Frage und einigen dämlichen Nachfragen ein Thema des Tages macht.

BTW: Der twitternde @RegSprecher war bis vor kurzem selbst Journalist. Es gibt also auch solche. Und um einen weiteren solchen (Quelle, übrigens ohne Link auf das Originalzitat, tsk, tsk), den Chefredakteur der Rheinzeitung Christian Lindner (er heißt wirklich so!), zu zitieren:

…auf Dauer wäre es dann doch schön, wenn wir wieder über Journalismus sprächen. Gerne auch in mehr als 140 Zeichen.