Ach Post, Deutsche…

…es ist ja ein Trauerspiel mit dir. Du kannst es einfach nicht, dieses Dings mit dem Internet.

Was ist geschehen?

Seit Monaten machst du Werbung für deinen – hurra! – so sicheren epost-Dienst, was nichts anderes ist als eine verkomplizierte, nur teilweise verschlüsselte Email, für die du auch noch Geld haben willst – während unsereins seit Jahren wesentlich weniger kompliziert, wesentlich billiger und wesentlich verschlüsselter kommuniziert. An dieser Stelle habe ich dich, Post, dafür – und vor allem für die Heuchelei, die bei euch als Fernsehwerbung durchgeht – schon abgestraft.

Weil es sich aber noch viel besser über etwas meckert, wenn man das Etwas auch kennt, habe ich versucht, mich bei dir für euren famosen Dienst anzumelden. Ja, incl. PostIdent und was nicht alles.

Das alles hat so lange gedauert, dass ich a) die Lust und b) mein Login-Passwort verloren habe.

Nun schickst du mir schließlich per Brief – ist ja dein Porto, also warum nicht? – eine sogenannte AdressTAN, mit der ich zum x-ten Mal beweisen soll, dass ich ich bin und hier wohne. Weil ich schon beim ersten Mal diese AdressTAN nicht eingeben konnte (weil ich dafür eingeloggt sein muss… Passwort vergessen, wir erinnern uns, ja?), schickst du mir jetzt sogar eine zweite.

Rate mal, Post. Richtig. Ich weiß mein Passwort immer noch nicht. Aber weil du ja das Internet neu erfinden musst, Post, hast du keine der üblichen Recovery-Routinen implementiert, sondern verlangst eine eigene Reset-PIN von mir, die du mir angeblich geschickt hast.

Haste nicht, Post. Und jetzt darfste meinen Account einfach löschen.

Update: In den Kommentaren hat sich ein Vertreter der Post selbst zu Wort gemeldet – erheblich höflicher und hilfreicher, als ich hier war.

Und daran sieht man, wozu so’n Blog doch gut ist. Auf meine Beschwerde-Mail hat nämlich noch niemand geantwortet.