9/12

In der Tagesschau vor fünf Stunden die inzwischen alljährlichen Bilder von Ground Zero gesehen; der Beitrag, den ich vor sechs oder sieben Jahren (für meinen Arbeitgeber, nicht für die Tagesschau) gemacht habe, ist inzwischen von Thomas Roth. An Ground Zero selbst hat sich erstaunlich wenig getan; und wieder werden die Namen der 3000 vorgelesen, und ein hochrangiger Abgeordneter der derzeitigen Regierung ebenso wie der derzeitige Bürgermeister der Stadt New York erweisen ihren Respekt. Und PapaScott, ein Amerikaner in Deutschland, schreibt:

Time closes all wounds, but are do the wounds really heal? All wounds leave a scar. I wish I could forget that day, but time moves on and the scars remain.

Und ich denke wieder an diesen strahlenden Septembertag im spätsommerlichen Virginia, an dem ich vom Telefon geweckt wurde, die Fernsehnachrichten guckte, ins Auto sprang und die schwarze Rauchwolke über den Pentagon aufgehen sah. Ich zucke immer noch zusammen, wenn ich die Bilder vom Einschlag des zweiten Flugzeugs sehe, denke daran, dass ich heute noch nicht Falling Man von Dom deLillo lesen kann, ohne in Tränen auszubrechen. Dann ist wieder 11. September 2001, nur für ein, zwei Gedanken, aber er ist da.

Vieles ist anders geworden seitdem. Wenig ist besser geworden seitdem.