5 min. WLAN, oder: Ich, nicht ich

In einem Burgerschuppen in der Stallburggasse in Wien sitzt jetzt einer, der sich wundert, warum das versprochene Gratis-WLAN nicht funktioniert bzw. nur fünf Minuten lang funktioniert hat.

Ich weiß auch, warum: Weil der burgermampfende Internetsurfer meine GMailadresse, ergänzt um einen Punkt (den aber GMail ignoriert) angegeben hat. Und weil ich ums Verrecken nicht bestätigen will, dass ich verbunden bleiben will, schon gar nicht in einem Burgerjoint in Wien, 646 km von mir entfernt.

Das machte der Typ übrigens schon öfter, bis hin zu jenem denkwürdigen Tag, als ich von einem Notar vertrauliche Informationen über einen Hauskauf bekam. Mal abgesehen davon, dass ein Notar sein Geld nicht wert ist, der vertrauliche Informationen unverschlüsselt an ungeprüfte Mailadressen verschickt – merkt der Notarbeschäftiger und WLAN-surfende Burgeresser denn nicht, dass die Angabe einer falschen Mailadresse sowohl Immobiliengeschäfte wie auch Gratis-WLAN über fünf Minuten hinaus erheblich erschwert?

Depp.

6 Gedanken zu „5 min. WLAN, oder: Ich, nicht ich“

  1. Ich hab auch zwei so Pappenheimer, eine in Innsbruck und eine in New York. Die Innsbruckerin hat’s irgendwann gemerkt, für die New Yorkerin könnte ich mittlerweile einen Lebenslauf schreiben (inklusive Bankdaten und ärztlichen Befunden). Schon erstaunlich, dass man da nicht spätestens nach dem zweiten Mal ein Haucherl besser aufpasst.

    • Mein spezieller Freund hatte die Adresse sogar an die eigene Familie geschickt. Als ich dann mal dem Herrn Papa auf seine Einladung zu einer Hochzeit antwortete, ich würde das Brautpaar ja gar nicht kennen und deshalb auch nicht zur Hochzeit kommen, habe ich vermutlich eine größere Familienkrise ausgelöst.

  2. Achja… Der Fluch der frühen Emailadressenwahl. Auch ich habe eine Adresse á la nachname@ und bekomme an diese mehr Emails, als mir lieb ist.

    – Buchungsbestätigungen von SIXT für Peter
    – Tiernahrungsbestellungen für Geraldine
    – Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen für Richard (sein Nachname ist kürzer als meiner, aber ergänzt sich um den ersten Buchstaben seines Vornamens)
    – Terminbestätigungen für einen Zahnarzt (die ich immer nach 3 Jahre in die Zukunft mitten in die Nacht verschoben habe)
    – Bestellungen bei Neckermann für Dieter (der hat meiner Adresse nach der Änderung NOCHMALS falsch eingetragen!)
    – Krankmeldungen für ein Kindergartenkind an die Kindergärtnerin
    – automatisierte Konvertierungsmeldungen für Filmdateien eines Fernsehschaffenden
    – Organisationsmails und Teilnehmerlisten zu einem Tennistrainingslager
    – Mails an einen Verteiler einer Baseballmannschaft
    – u.v.a.m.

    Hin und wieder auch Fotos aus dem Urlaub oder irgendwelche eindeutig nicht SPAM-igen fehlgeleiteten Mails.
    Bei guter Laune amüsiere ich mich sogar darüber.

    Im SPAM-Postfach habe ich auch einige identifizierbare „Bekannte“, z.B. Mary, eine Hebamme aus Neuseeland.

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