Schuss nach hinten

Es gibt so Tage, an denen ich erst spät Ins Internet Gehe™, wie es die Internetversteher in Politik und Wirtschaft gerne formulieren. Heute ist so ein Tag. Vom Aufstehen bis ungefähr jetzt war Sachen erledigen, Mail lesen (uffm Henndie), Sachen erledigen, Döner essen, Twitter lesen (uffm Henndie) und so Zeuch. Und nur beim Seitenblick uff det Henndie fiel mir auf, dass heute irgendwas mit Werbeblockern ist.

Jetzt also Internet, Blick zunächst in die Feedsammlung nee, war ein Link auf Facebook. Dort ziemlich weit vorne, ein wütender Ausbruch von Meike Lobo: Sie nutzen einen Werbeblocker, my ass. Inhalt ungefähr: Die im deutschsprachigen Internetz vertretenen Nachrichtenquellen machen mimimi, weil ihnen die bösen Adblocker das Geschäft kaputt machen. Ich habe nachgeguckt: Im Fall von SParGEL Online sieht das ungefähr so aus:

SParGEL Online weint wg. Adblocker

SParGEL Online weint wg. Adblocker

Zugegeben: Der schicke Verlauf ins Nichts ist von mir; im Original geht die Sache noch ein paar Zentimeter weiter. Unter anderem auf der Peinlichkeitsskala.

Nun hoffe ich doch, dass ich mit dem Eintrag von neulich nicht etwas losgetreten habe (Anmerkung: eher nicht, aber glauben Sie an Zufälle?).

Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Ich weiß, dass sich journalistische Angebote irgendwie finanzieren müssen. Wenn ich die Wahl habe zwischen Bezahlschranken und Werbung, habe ich mich schon mal für die Bezahlschranken entschieden; ich habe z.B. jahrelang Abogebühren für salon.com bezahlt, solange, bis Salon die Bezahlschranke abbaute und wieder voll auf Werbung setzte. Wenn ein Medium aber darauf verzichtet (sprich: mir gar keine Möglichkeit zur Bezahlung anbietet), ist mir Werbung als Bezahlform durchaus recht (und billig, hähä!).

Die Sache ist nur so, liebe werbetreibende Wirtschaft: Werbung funktioniert zumindest bei mir immer besser, je weniger sie auf die Nerven geht. Mit anderen Worten: Je mehr eurer Werbeideen aus der Ecke kreativ=aufdringlich kommen, desto eher schießt ihr euch damit bei mir in den Fuß. Und ich fürchte, ich bin mit dieser Einstellung nicht allein. Als Negativbeispiel habe ich gerade erst das Abschleppunternehmen Carsharingunternehmen DriveNow (dessen Dienste ich im Gegensatz zu seiner Werbung durchaus schätze) angeprangert. Und wenn der SParGEL im oben gnädigerweise ausgeblendeten Beispiel auch noch behauptet, nur unaufdringliche Werbung zu schalten, empfehle ich den SParGEL-Bauern, doch mal ihre Adblocker auszuschalten und z.B. das Geflacker von immowelt.de (linkt euch doch selbst!™) auszuhalten.

Solange ihr das aber nicht kapiert und euch immer aufdringlicher vor den eigentlichen Inhalt der aufgerufenen Seiten schiebt, solange kann ich Frau Meike aber so was von gut verstehen:

Eher sterbe ich an einem Herzinfarkt und verfaule mit größtmöglicher Geruchsbelästigung vor meinem Computer sitzend, als dass ich meinen Werbeblocker ausschalte.

Noch was Lustiges zum Abschluss, liebe Werbetreibende: Nach dem Artikel vom letzten Freitag habe ich doch, entgegen der darin getroffenen Ankündigung, glatt vergessen, den Adblocker einzuschalten (woher sollte ich schon sonst wissen, wie nervig Werbung auf SParGEL Online ist?). Mit Eurer Kampagne habt ihr mich da an was erinnert…

Klick.