Drei Strich backbord

Zunächst einmal: Es war verdammt noch eins aber auch about time, dass das aktuelle Wundertier der bundesdeutschen Parteienlandschaft, die Piratenpartei, deutliche Worte zur Abgrenzung nach rechts fanden:

Der Holocaust ist unbestreitbarer Teil der Geschichte. Ihn unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu leugnen oder zu relativieren, widerspricht den Grundsätzen der Partei.

lautet ein nahezu (??) einstimmig angenommener Antrag auf dem Piratenparteitag in Neumünster (zitiert nach SpON). Na endlich.

Damit ist die Piratenpartei gleich noch mal ein bisschen leichter wählbar geworden für diejenigen, die mit den Etablierten in der Parteienlandschaft und mit denen am rechten Rand nichts anfangen können. Damit haben die Piraten auch schneller als vor dreißig Jahren die Grünen (wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt – Recherche ist für sissies!) das Problem mit hauseigenen braunen Spinnern erledigt – wenn es denn mit dem Beschluss getan ist und nicht der nächste Steuerbordpirat auf Youtube, womöglich vor einer Piratenfahne, braune Soße von sich gibt. Weiterlesen

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Auto urban

Rücklicht-SharingDas Geständnis vorweg: Ich besitze ein Auto. Groß, schwer, geländegängig, und die meiste Zeit steht es nur rum. Verpestet in dieser Zeit freundlicherweise nicht die Luft, aber trotzdem. Es ist Zeit, über Alternativen nachzudenken.

Die nächstliegende Alternative benutze ich jeden Tag. Sie fährt mit großen gelben Fahrzeugen durch die Stadt und heißt BVG. Nun sind nächstliegende Alternativen nicht immer die spannendsten, und manchmal will man auch dahin, wo große gelbe Fahrzeuge selten sind. Weshalb der Testpilot in mir in den letzten Monaten (merke: Vor-Fahrradzeit!) sich mit sog. Car-Sharing-Firmen befasst hat. Sogenannt sind diese Firmen, weil sie kein Car-Sharing im eigentlichen Sinne betreiben; sie teilen ihre Autos mit niemanden, sondern vermieten sie schlicht – mit ein paar neuen Ideen.

Wer in Berlin lebt, ist hier klar im Vorteil: Hier balgen sich schon zwei der Carsharer um die Kundschaft, ein dritter bereitet sich darauf vor, mitzubalgen. Von allen dreien habe ich Kundenkarte bzw. Kundenchip in der Brieftasche, getestet habe ich zwei, weil car2go erst Ende April starten soll und vorerst noch Probleme bei der Kundenwerbung hat. Na gut, ein Problem. Weiterlesen

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Zurück auf Los

Dies ist kein Blog.

Am 30. Oktober 2000 startete ich von meinem Arbeitszimmer in einem Vorort der US-Hauptstadt Washington DC etwas, das sich rasch als Weblog, kurz Blog entpuppte. Schon damals bloggte ich überwiegend oder ausschließlich auf deutsch, weil sich meine Texte an Redaktionen, also potentielle oder schon existierende Kunden in Deutschland richteten. Zwar stellte sich rasch heraus, dass Redakteure damals noch keine Blogs lasen; dafür fand worldwideklein.com (drunter tat ich’s nicht) ein Publikum in der damals noch kleinen deutschen Bloggergemeinde.

Das ist lange her, elfeinhalb Jahre fast. Die Zeiten, sie a-verändern sich…

Inzwischen haben sich auch die Bräuche in Klein-Bloggersdorf – wie es damals genannt wurde – verändert. Manche betreiben ein Tumblelog, andere ziehen sich auf Plattformen wie Google+ zurück, und es braucht schon ein paar gestandene (lies: ältere) Herren, um auf die Vorzüge eines eigenen Weblogs hinzuweisen.

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