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	<title>K. [Journal]</title>
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		<title>WordPress kann jeder</title>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2012 10:54:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzleben]]></category>
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		<category><![CDATA[WordPress]]></category>

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		<description><![CDATA[Once upon a time (also zu Beginn des Jahrtausends ungefähr), da gehört das wochenendliche Schrauben unter der Motorhaube des Weblogs zur korrekten blog experience einfach dazu. Das Aussehen des Weblogs war grundsätzlich selbst gehäkelt (und sah auch so aus). Die &#8230; <a href="http://konstantinklein.com/wordpress-kann-jeder/">Weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Once upon a time</em> (also zu Beginn des Jahrtausends ungefähr), da gehört das wochenendliche Schrauben unter der Motorhaube des Weblogs zur korrekten <em>blog experience</em> einfach dazu. Das Aussehen des Weblogs war grundsätzlich selbst gehäkelt (und sah auch so aus). Die Software unter der Haube &#8211; sofern sie überhaupt unter der eigenen Haube steckte, nicht unter der eines Bloghosters &#8211; überforderte die damals verfügbaren Shared-Hosting-Accounts und blieb beim Schreiben gerne mal stehen (<em>yes, MovableType, I&#8217;m looking at you!</em>); die Fehlersuche und -behebung fand grundsätzlich beim Blogger zuhause statt, und Plugins waren etwas für den Browser, nicht fürs Blog.</p>
<p>Hach ja. Heute schreiben wir unsere Texte im Büro mit Word und unsere Blogs im Netz mit WordPress. Selbst hier, am Zentralbahnhof der häufigen Neustarts und abrupten Plattformwechsel.</p>
<p>Doch, wirklich: WordPress ist das Word unter den Blogsystemen: fast überall vorhanden oder schnell installiert, kann alles und &#8211; dank Plugins &#8211; noch mehr, als das Durchschnittsblog jemals wirklich rechtfertigt, hat so seinen Anteil an Sicherheitslücken, bringt bei entsprechender Nutzung die Serverperformance in Bodennähe und hat eine Usability knapp diesseits des Office Ribbon (Nutzer, die nie mit Office 2007/2008 zu tun hatten, dürfen jetzt verständnislos gucken).<span id="more-125"></span></p>
<p>Selbst Menschen, die sich <a title="Der Schockwellenreiter" href="http://schockwellenreiter.de">Word konsequent verweigern</a>, bloggen mit WordPress &#8211; und <a title="Der Schockwellenreiter Rotating Header Image Das Dutzend ist voll: 12 Jahre Schockwellenreiter" href="http://www.schockwellenreiter.de/blog/2012/04/24/das-dutzend-ist-voll-12-jahre-schockwellenreiter/">suchen seit langem</a> und nicht wirklich erfolgreich nach Alternativen. Anderswo sucht man nach einer Möglichkeit, <a title="The Beast Within: The search for frictionless, mobile blogging." href="http://beastwith.in/2012/02/17/the-search-for-frictionless-mobile-blogging/">reibungslos vom Mobilgerät aus zu bloggen</a> &#8211; und begründet das mit den Nachteilen des Bloggens im Browser oder mit instabilen WordPress-Apps.</p>
<blockquote><p>Basically, a post from beginning to end is all done in the browser. Since we migrated to an iPad-centric paradigm, however, this doesn’t work for us, because WordPress doesn’t play well in Mobile Safari.</p></blockquote>
<p>Und immer dröhnt einer im Hintergrund und erinnert daran, dass das reibungsloseste Bloggen zwar auf Fremdplattformen stattfinden mag, aber <a title="SPIEGEL online: Euer Internet ist nur geborgt" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobos-kolumne-zum-niedergang-der-blogs-in-deutschland-a-827995.html">nur geborgt ist</a>, weshalb nichts über das eigene, selbstbetriebene, selbstgehostete, <del>selbst programmierte</del> Blog geht.</p>
<p>OK, das letzte habe ich dazu erfunden. Selbst in dem Jahr, in dem der <a title="Scripting News: Should you learn to code?" href="http://scripting.com/stories/2012/05/16/shouldYouLearnToCode.html">New Yorker Bürgermeister das Programmieren lernen</a> will (oder das zumindest behauptet) wird es die selbst programmierte Blogmaschine eher nie geben. Ich habe schon mal drüber nachgedacht, eine völlig irrwitzige Blogmaschine zu basteln, ohne Datenbank, weitgehend auf der Kommandozeile und mit Shellscripten betrieben, einfach weil es geht™. Erste Versuche haben aber gezeigt, dass es einerseits <em>eben nicht</em> geht und ich andererseits als professioneller Nicht-Programmierer auch nicht die Fähigkeit dazu habe (die zweieinhalb Web-Anwendungen, die ich mal in PHP geschrieben hatte, liefen zwar, stellten aber gegenüber dem One-Click-Install der verfügbaren Systeme doch einen erhöhten Aufwand dar).</p>
<p>Dann also nicht.</p>
<p>Und dann entdeckte ich diese Woche, dass <a title="ronsens: huhu internet" href="http://scriptogr.am/ronsens/post/huhu-internet">einer der Urgesteinblogger wieder da</a> ist (wir können es eben nicht lassen, gell?) &#8211; und eine zwar nicht ganz neue, aber noch sehr ungewohnte Art des Bloggens betreibt. Er schreibt seine Texte in <a title="Daring Fireball: Markdown" href="http://daringfireball.net/projects/markdown/">Markdown</a> und wirft sie in seine Dropbox, wo sie von <a title="scriptogr.am" href="http://scriptogr.am">einem Provider</a> abgeholt und in statische HTML-Seiten gewandelt werden. Blogging-Minimalismus, <em>Zen of Blogging</em> etc.</p>
<p>Spannend.</p>
<p>Silicon Angle hat gleich <a title="siliconANGLE » 5 Minimalist Static Blog Generators to Check Out " href="http://siliconangle.com/blog/2012/03/20/5-minimalist-static-html-blog-generators-to-check-out/">fünf derart minimalistische Ansätze des Bloggens</a> zusammengestellt &#8211; alle vom WordPress-Mainstream weit entfernt. Darunter findet sich das gute alte <a title="The Zen of Blogging - Blosxom" href="http://blosxom.com">Blosxom</a>, aber auch <a title="OctoPress - A blogging framework for hackers." href="http://octopress.org">Octopress</a> und <a title="Pelican" href="https://github.com/ametaireau/pelican">Pelican</a>. Eine Spielwiese für Spielkinder. Viel mehr Arbeit, viel weniger Blog als mit WordPress.</p>
<p>Und ja, ich gucke mir das mal näher an. Solange noch Zeit ist und sich das hier nicht wieder zur Wollmilchmaschine ausgewachsen hat.</p>
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		<title>Ohne Piraten</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 22:08:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzleben]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Copyright]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit &#8220;Urheberrecht und Nutzungsmöglichkeiten in der vernetzten Welt&#8221; beschäftige ich mich beruflich jeden Tag, wenn auch nicht unter dem leicht holprigen Titel &#8220;free access, but not for free&#8220;. Meine Aufgabe und die meiner Kolleginnen und Kollegen ist, dafür zu sorgen, &#8230; <a href="http://konstantinklein.com/gesucht-1-pirat/">Weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit &#8220;Urheberrecht und Nutzungsmöglichkeiten in der vernetzten Welt&#8221; beschäftige ich mich beruflich jeden Tag, wenn auch nicht unter dem leicht holprigen Titel &#8220;<a title="IRT-Symposium &quot;free access, but not for free&quot;" href="http://www.irt.de/de/aktuell/symposien-workshops.html#c3383">free access, but not <em>for free</em></a>&#8220;. Meine Aufgabe und die meiner Kolleginnen und Kollegen ist, dafür zu sorgen, dass die TV-Inhalte der Deutschen Welle, soweit möglich, auch online geguckt werden können. Und dieses &#8220;soweit möglich&#8221; war und ist das Thema eines zweitägigen Symposiums des <a title="Institut für Rundfunktechnik" href="http://www.irt.de">Instituts für Rundfunktechnik</a>, eines <em>Think Tanks</em> von ARD, ZDF, DeutschlandRadio, ORF und SRG.</p>
<p><a href="http://konstantinklein.com/wp-content/uploads/2012/05/urheber.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-95" title="Uhrheber (Symbolbild)" src="http://konstantinklein.com/wp-content/uploads/2012/05/urheber-300x168.jpg" alt="Uhrheber (Symbolbild)" width="300" height="168" /></a>Als nicht sonderlich regelmäßiger Besucher von Symposien glaube ich ja, dass ein Symposium umso besser ist, je weniger berechenbar die angebotenen Inhalte sind. Unter diesem Aspekt (der ja auch falsch kann, weil subjektiv) war das IRT-Symposium bei der Deutschen Welle in Bonn, nun ja, ein Teilerfolg. Denn dass Vertreter der etablierten Urheberrechtsmaschinerie das bestehende Urheberrecht ganz in Ordnung finden, ist nur mittelüberraschend.<br />
<span id="more-94"></span></p>
<p>Der Ehrenpräsident der <a title="VG Wort" href="http://www.vgwort.de/">VG Wort</a> und später der Geschäftsführende Vorstand der gleichen Organisation finden, dass die Wahrnehmung und Abgeltung von Urheberrechten in den Händen von Verwertungsgesellschaften gut untergebracht sind? Es ist ihr Job, das gut zu finden.</p>
<p>Ein Rechtsanwalt der ver.di-Fachgruppe Medien findet, dass die &#8220;digitale Gesellschaft&#8221; entweder <a title="Digitale Gesellschaft" href="http://digitalegesellschaft.de/">ein Verein in Berlin</a> oder ein &#8220;Werbeslogan der Internetwirtschaft und ihrer Jünger&#8221; ist und nur deshalb nicht automatisch einen Grund für ein neues Urheberrecht darstellt? Ach gar.</p>
<p>Ein Drehbuchautor und Regisseur findet, dass seinesgleichen ohnehin zu schlecht bezahlt ist (was ich durchaus für möglich halte) und von der digitalen Verwertung ihrer Produkte zuwenig bis gar nichts abbekommt? Sag bloß.</p>
<p>Und alle zusammen finden mehr oder weniger deutlich, dass diese Piraten, die jetzt als Protestbewegung, als Interessenvertretung der &#8220;Kostenlos-Kultur&#8221;, als Störfaktoren in ein Landesparlament nach dem anderen gewählt werden, also, dass diese Piraten, also nee, und also wirklich&#8230; Des Effektes wegen habe ich die vorgetragene Argumentation verknappt; dass die Piraten dafür gesorgt haben, dass urheberrechtliche Fragen, lange eine Geheimwissenschaft, wieder stark diskutiert werden, konnte niemand bestreiten &#8211; und hat auch niemand bestritten. Aber es kam auch wenig überraschend (und ist <a title="Malte Welding: Julia Schramm und das Ende der Privatheit" href="http://www.malte-welding.com/2012/04/27/julia-schramm-und-das-ende-der-privatheit/">an anderer Stelle</a> schon vorausschauend thematisiert worden), dass Julia Schramm, Vielsprecherin der Piraten, die den Begriff des Geistigen Eigentums &#8220;ekelhaft&#8221; findet (zitiert nach <a title="FAZ.net: Piratin Julia Schramm - Wahlkampf einer digitalen Seele" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/piratin-julia-schramm-wahlkampf-einer-digitalen-seele-11731922.html">FAZ.net</a>), als Paradebeispiel für die Politikunfähigkeit und Diskussionsunwürdigkeit der Piraten-Idee herhalten musste. Oder durfte.</p>
<p>Umso erfrischender der Auftritt von Heidi Schmidt, der Online-Koordinatorin der ARD, die sich als Vertreterin der &#8220;Überregulierten&#8221; sieht (was ich aus meiner beruflichen Sicht durchaus und von ganzem Herzen verstehe &#8211; was man alles beachten muss, bis ein längst gesendeter TV-Beitrag auch online gehen darf!). Frau Schmidt also meinte, der Beitrag der Piraten zur copyright- oder eher urheberrechtspolitischen Diskussion sei doch nicht unwichtig für die Zukunft des Urheberrechts, und ob es nicht eine gute Idee wäre, wenn jetzt ein Pirat da wäre, um darüber zu reden.</p>
<p>Überraschte Zustimmung im Saal. Es war aber keiner da (ein Expirat, der mit der Partei so seine Schwierigkeiten hatte und hat, zählt ja wohl nicht). Und auch für den zweiten Tag ist laut Programm keiner eingeladen. So blieb die Diskussion am ersten von zwei Tagen einerseits auf hohem Niveau, andererseits aber auch unter sich.</p>
<p>Einen persönlichen Pluspunkt zum Schluss noch für Reinhard Hartstein, den Verwaltungsdirektor der Deutschen Welle, der in seiner Begrüßungsansprache auf die Idee vom <em>free flow of information</em> zu sprechen kam, ein Konzept, das zwar mit Urheberrechtsfragen zunächst nicht direkt zu tun hat, aber doch in der Diskussion um Geoblocking, YouTube-Sperren etc. zu sehr in den Hintergrund gedrängt worden ist.</p>
<p><strong>Update:</strong> Am zweiten Tag wurde es dank zweier Männer namens Matthias doch noch unterhaltsam und nicht unspannend. Matthias Leonardy, Geschäftsführer der <a href="http://www.gvu.de">Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen</a> (guck mal, ein Katzenbild auf der Seite!) stellte seine Sicht der Piraterie &#8211; ein Ausdruck, den er übrigens nicht mag wg. zuviel Abenteuerromantik &#8211; und der Gefahr ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz dar &#8211; und vermied dabei, allzu genau auf mögliche und gern geforderte Kontroll- und Blockademechanismen einzugehen. Und der zweite Matthias &#8211; Spielkamp von der Berliner Firma <a href="http://irights.info">iRightsLab</a> &#8211; zeigte mit einer gewissen Fröhlichkeit am Beispiel von Community-AGBs, wie irrsinnig man das Urheberrecht solange zu regulieren versucht, bis man sich selbst im Weg und/oder außerhalb des Urheberrechts steht.</p>
<p>Letztes Zitat, von dem GVU-Mann: “Als Jurist weiß ich: Es gibt keine Sicherheit.“</p>
<p><em>(Hinweis: Ich habe nicht als unparteiischer Berichterstatter an dem Symposium teilgenommen, sondern als beruflich Betroffener &#8211; s.o. &#8211; und Interessierter.)</em></p>
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		<title>Wg. TXL</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 21:15:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadtleben]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Flughafen]]></category>
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		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Durch die Verlängerung der Restlaufzeiten für die beiden alten Berliner Flughäfen (BER wird jetzt erst im nächsten März eröffnet) ist die folgende Eloge ein klein wenig obsolet geworden. Ich lasse sie hier aber stehen und kann sie zum 17. März &#8230; <a href="http://konstantinklein.com/wg-txl/">Weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Durch die Verlängerung der Restlaufzeiten für die beiden alten Berliner Flughäfen (BER wird jetzt erst im nächsten März eröffnet) ist die folgende Eloge ein klein wenig obsolet geworden. Ich lasse sie hier aber stehen und kann sie zum 17. März 2013 ja nochmal hervorholen.</em></p>
<p>Aus der Abteilung: &#8220;Formulierungen, die einen neidisch machen&#8221; (doch, schon ein wenig):</p>
<blockquote class="twitter-tweet tw-align-center" lang="de"><p>Tschüss, Berlin. Und Tschüss Tegel, Du kleiner Busbahnhof unter den Flughäfen. Ich werde Dich vermissen. <a href="http://t.co/jLAYImYA" title="http://4sq.com/JUTsJ1">4sq.com/JUTsJ1</a></p>
<p>&mdash; Mario Sixtus (@sixtus) <a href="https://twitter.com/sixtus/status/199069565651660800" data-datetime="2012-05-06T09:34:17+00:00">Mai 6, 2012</a></p></blockquote>
<p><script src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>In sieben Stunden werde ich zum vorletzten Mal in meinem Vielfliegerleben den Flughafen Berlin-Tegel erreichen, Rollkoffer am langen Arm, Laptoprucksack über der Schulter, Träne im Knopfloch. Ende Mai, so sagt mir mein Kalender, werde ich noch einmal von Tegel aus fliegen, und dann werde ich, Ex-Schönefelder (1994-1996 und 2004 noch einmal), mich für jede Dienstreise zunächst auf die halbe Stadtrundfahrt mit der S9 einlassen.</p>
<p>Nicht der einzige Grund, weshalb mir TXL (woher das X kommt, weiß ich nicht; TGL wäre als <a title="List of Airport Codes by IATA" href="https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_airports_by_IATA_code:_T">Airport-Code</a> durchaus frei gewesen) fehlen wird. Einfach zu oft dort gewesen, zuviel gesehen, mich sehr an diesen kleinen Airport gewöhnt.<span id="more-69"></span></p>
<p>Kennengelernt habe ich TXL wie die meisten Westdeutschen: auf einer Klassenfahrt in die ummauerte Frontstadt. Die Klasse war eine Lehrredaktion der Deutschen Journalistenschule; Klassenfahrtcharakter hatte die Sache doch, Jahrzehnte vor der ersten re:publica. Drei Fluggesellschaften flogen Tegel an: Pan Am, British Airways und Air France. Es war 1979, und <a title="Flughafen Berlin-Tegel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Berlin-Tegel">TXL in der noch heute bestehenden Form</a> war gerade mal viereinhalb Jahre alt. Übersichtlich war er, keine hundert Meter vom Gate zum Bus, und mit dunklen Terracottafliesen bepflastert, über die die Gepäckwagen lustig polterten.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/andynash/7149030979/in/photostream/"><img class="alignleft size-medium wp-image-87" title="TXL" src="http://konstantinklein.com/wp-content/uploads/2012/05/tegel-300x224.jpg" alt="TXL - Photo: Andrew Nash - CC-Lizenz" width="300" height="224" /></a>Nicht viel anders war TXL, als ich Anfang 1986 nach Berlin zog, der Arbeit halber. Der Liebe halber flog ich, heftig subventioniert wg. Frontstadt, eine Zeitlang regelmäßig nach München, immer mit <a title="Pan American World Airways" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pan_American_World_Airways">Pan Am</a>, der für die Flüge in die ehemalige amerikanische Besatzungszone zuständigen Airline. Und bei der Rückkehr mit dem letzten Clipper (so nannte Pan Am seine Maschinen) am Sonntagabend ging es meistens von Wannsee über Schöneberg nach Osten, einmal um den Fernsehturm herum und dann auf die Landebahn von Tegel. Ein Ritual, das ich später auch von unten beobachten konnte, als die Liebe wechselte und die neue Liebe eine Wohnung hatte, von der aus man die Anflüge Richtung Fernsehturm beobachten konnte.</p>
<p>Dann kam 1989, dann wurde vieles anders, und ich amüsierte mich eine Zeitlang mit dem öffentlichen Verlesen &#8211; ich arbeitete damals beim Radio &#8211; von Flug-Verspätungsmeldungen, speziell, wenn der Linienflug zur Insel Usedom mal wieder zu spät dran war. <a title="Flughafen Heringsdorf" href="http://www.flughafen-heringsdorf.de/">Heringsdorf</a>, gnhihihi.</p>
<p>Unsere große Zeit, also die des Flughafens und meine, begann 1996, als ich mit Familie für unbestimmte Zeit in die USA ging, beruflich und privat aber acht- bis zwölfmal im Jahr nach Berlin musste. Samstagmittag oder gar -nachmittag, je nach Verbindung, in Tegel ankommen, immer das Gefühl eines verlassenen Landflughafens haben, mit dem Bus nach Jungfernheide zur S-Bahn. Eine Woche später zu unchristlicher Zeit mit S-Bahn und Bus wieder zum Flughafen, meist am Sonntagmorgen, und um 6:00 nach Paris, London oder meistens Amsterdam einchecken. Danach Frühstück in einem der zwei damals noch bestehenden Restaurants (mit echten Sitzplätzen! Und mit Aussicht aufs Rollfeld!), dann ab nach Hause über Paris, London oder Amsterdam. Und nie mehr als 100 Meter zwischen Bus und Gate. Über die Jahre entwickelte sich der Eindruck eines unglaublich durchdacht und praktisch entworfenen Gebäudes, das nur aus Versehen als Flughafen genutzt wird.</p>
<p>Und TXL knirschte; damals stolperte man wie heute über fremde Koffer, kurvte um Reisegruppen herum und fluchte leise vor sich hin. Und es half auch nichts, als die alte Nebelhalle (in der ich tatsächlich mal einen Nebelabend verbracht habe) zum Abfertigungsbereich wurde, als die Restaurants zu Abfertigungsbereichen wurden und von Espressobars und Brezelwagen nur sehr unzulänglich ersetzt wurden, als Terminal B als Anhängsel eines Parkhauses entstand, als schließlich die Wellblechhütte gebaut wurde, die heute Terminal C heißt. TXL knirschte; nur das lustige Holpern der Gepäcktrolleys gibt es nicht mehr, seitdem die Terracotta-Fliesen einem glatten hellgrauen Boden wichen.</p>
<p>Einige Tegel-Momente: Auf der Aussichtsterrasse stehen und der Freundin auf dem Weg nach Frankfurt (an Bord eines Pan Am-Clippers, <em>no less!</em>) zuwinken. Von freundlichen KLM-Mitarbeiterinnen wg. eines journalistischen Notfalls unplanmäßig, aber reibungslos über Amsterdam und Detroit nach Washington geroutet werden. Völlig platt sein, weil für 80 min. Parken im Innenraum plötzlich über 20 €uro fällig werden (erst kürzlich). Das (wiederholte) Gefühl, als erster den Koffer vom Fließband zu picken &#8211; und das ebenso häufige Gefühl, der letzte zu sein, der seinen Koffer bekommt. Verpennte, weil betäubte Katzen nach Washington einchecken. Acht Jahre später sehr wache und sehr stinkige Katzen wieder in Tegel in Empfang nehmen. Und Frühstücke, Frühstücke, Frühstücke&#8230;</p>
<p>In wenigen Stunden also wieder. Start hoffentlich nach Westen, über Spandau und die Havellandschaft hinweg. Zum vorletzten Mal. Ach ja, du kleiner Busbahnhof unter den Airports.</p>
<p><em>(Photo: <a title="Andy Nash's Photostream on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/andynash/">Andrew Nash</a> &#8211; <a title="CC License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de">CC-Lizenz</a>)</em></p>
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		<title>Die unsexy Krankheit</title>
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		<pubDate>Tue, 01 May 2012 09:46:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ein paar Tagen, in der Kantine meines Arbeitgebers. Ein Kollege winkt mir freundlich zu und fragt mich, ob ich wieder gesund sei. Ich war gerade aus dem Urlaub zurück und musste kurz nachdenken, was er denn eigentlich meinte. Bis &#8230; <a href="http://konstantinklein.com/die-unsexy-krankheit/">Weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-65" title="wand.jpg" src="http://konstantinklein.com/wp-content/uploads/2012/05/2011-06-16-16.20.08-300x225.jpg" alt="Die Wand" width="300" height="225" />Vor ein paar Tagen, in der Kantine meines Arbeitgebers. Ein Kollege winkt mir freundlich zu und fragt mich, ob ich wieder gesund sei. Ich war gerade aus dem Urlaub zurück und musste kurz nachdenken, was er denn eigentlich meinte. Bis er seinem Tischgenossen erklärte, dass ich ein Blog führte und dort über meine Krankheit geschrieben hätte und darüber, dass sie mich unter anderem vom Bloggen abhielte.</p>
<p>Wenn ein Zustand so dauerhaft geworden ist, dass selbst der Betroffene ihn <span style="color: #000000; font-style: normal; line-height: 27px;">lang </span>nicht als Krankheit erkennt&#8230;</p>
<p>Ich leide an einer Depression. So. Jetzt ist es raus. Es ist nicht einfach, darüber zu reden, für einen, der in wirklich persönlichen Fragen eher ungern ein Gewese um sich selbst macht (ich sagte: &#8220;in wirklich persönlichen Fragen&#8221; &#8211; sonst bin ich immer gerne dabei beim Posen!). Es ist auch nicht einfach, in einer (immerhin begrenzten Blog-) Öffentlichkeit darüber zu reden, in der, wie ich seit dem Kantinentreffen aus dem ersten Absatz weiß, auch Kollegen zu finden sind. Und es ist schon gar nicht einfach, wenn der Betroffene selbst sich jahrelang ultimativ aufgefordert hat, sich verdammt noch eins nicht so zu haben.<span id="more-63"></span></p>
<p>Es ist eine leichte Depression, sagt der Psychiater, nichts, was man mit Psychopharmaka behandeln müsste, und möglicherweise geht es sogar ohne ausgewachsene Therapie, und ein wenig Coaching behebt die Sache. Der Versuch läuft.</p>
<p>Und doch: So unsexy (keine Pillen, keine Therapie, kein ausgemergeltes Gesicht) die Krankheit sein mag, so hinterhältig ist sie. Sie versteckt sich gut; keiner, der in der Öffentlichkeit mit mir zu tun hat, würde hinter dem fröhlichen Gesicht (und den dummen Witzen) eine Depression vermuten. Sie wirkt sich nicht erkennbar auf die Funktionsfähigkeit des Betroffenen aus. Aber sie macht aus einem einigermaßen sozialen Wesen ein unsoziales, das streckenweise nur allein gelassen werden möchte, das stundenlang antriebslos ins Leere sieht, das &#8211; um es rustikal zu formulieren &#8211; den Arsch nicht mehr hochkriegt zum Leben. Sie macht weder dem Betroffenen noch gar seiner Umgebung das Leben zur Hölle &#8211; das nicht. Aber sie verändert den Betroffenen mehr, als ihm, nein: als mir lieb ist.</p>
<p>Warum ich das hier hinschreibe? Zunächst einmal: Dies ist meine Seite, und ich kann hinschreiben, was ich will. Dieser Eintrag dient auch nicht zum Selbst-Outing; wer über mich Bescheid wissen sollte, von der engsten Familie bis hin zur Chefin, weiß darüber Bescheid &#8211; jetzt eben auch mitlesende Kollegen und die treue Leserschaft dieser Seiten.</p>
<p>Und all denen, aber vor allem mir selbst, will ich damit vor allem eins sagen: Depression kommt vor. Depression kommt öfter vor, als man glaubt. Und Depression ist nichts, was man einfach hinzunehmen hat. Der erste Schritt im Kampf gegen Depression ist, sich einzugestehen, dass man sie hat.</p>
<p>Kann sein, dass dies auch später wieder zum Thema auf diesen Seiten wird. Kann aber auch sein, dass nicht.</p>
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		<title>Drei Strich backbord</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 00:46:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin Klein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Zunächst einmal: Es war verdammt noch eins aber auch about time, dass das aktuelle Wundertier der bundesdeutschen Parteienlandschaft, die Piratenpartei, deutliche Worte zur Abgrenzung nach rechts fanden: Der Holocaust ist unbestreitbarer Teil der Geschichte. Ihn unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit &#8230; <a href="http://konstantinklein.com/drei-strich-backbord/">Weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zunächst einmal: Es war verdammt noch eins aber auch <em>about time</em>, dass das aktuelle Wundertier der bundesdeutschen Parteienlandschaft, die Piratenpartei, deutliche Worte zur Abgrenzung nach rechts fanden:</p>
<blockquote><p>Der Holocaust ist unbestreitbarer Teil der Geschichte. Ihn unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu leugnen oder zu relativieren, widerspricht den Grundsätzen der Partei.</p></blockquote>
<p>lautet ein nahezu (??) einstimmig angenommener Antrag auf dem Piratenparteitag in Neumünster (zitiert nach <a title="Spiegel Online: Eindeutig gegen Rechts" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,830388,00.html">SpON</a>). Na endlich.</p>
<p>Damit ist die Piratenpartei gleich noch mal ein bisschen leichter wählbar geworden für diejenigen, die mit den Etablierten in der Parteienlandschaft <em>und</em> mit denen am rechten Rand nichts anfangen können. Damit haben die Piraten auch schneller als vor dreißig Jahren die Grünen (wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt &#8211; Recherche ist für <em>sissies</em>!) das Problem mit hauseigenen braunen Spinnern erledigt &#8211; wenn es denn mit dem Beschluss getan ist und nicht der nächste Steuerbordpirat auf Youtube, womöglich vor einer Piratenfahne, braune Soße von sich gibt.<span id="more-61"></span></p>
<p>Zeit war&#8217;s, ohne Zweifel. Ein wenig Politikfähigkeit haben die Piraten in Neumünster mit ihrer Einsicht bewiesen, dass ihnen die mangelnde Abgrenzung nach rechts auf Dauer schaden würde. Ein wenig staatstragender (wenn dieser Konjunktiv erlaubt ist) sind sie geworden, ein wenig im Kreise der anderen großen Parteien angekommen.</p>
<p>Und sie haben ein wenig von ihrer Piratenseele verkauft. Sie sind eben nicht mehr grundsätzlich anders als die anderen, ihnen steht die Meinungsfreiheit eben nicht absolut über allen anderen Werten. Sie sind nach eigenen Worten immer noch angetreten zum Ändern und werden allen Prognosen nach in den nächsten Wahlperioden auch reichlich Gelegenheit <span style="color: #000000; font-style: normal; line-height: 27px;">dazu </span>bekommen. Aber so anders, dass ihnen auch die Freiheit der Falsch- und Irredenkenden was wert ist, sind sie eben nicht mehr.</p>
<p>Und das ist gut so (K. Wowereit, ca. 1887). Denn der ganze Piratencharme, das Kokettieren mit der Unvollkommenheit, das Kindergartige (M. Sixtus, ca. 2009) ihres Namens und solcher Nettigkeiten wie dem #Flauschen (anderswo heißt das Applaus, und als überzeugter <a title="Die D.O.N.A.L.D.-Homepage" href="http://www.donald.org/index.html">Donaldist</a> äußert man sowas ohnehin durch ein entschiedenes &#8220;Klatsch-klatsch-klatsch&#8221;) &#8211; all das wird spätestens im dritten Wahlkampf an einem Ort ein wenig dünn. Zwei hatten wir hier in Berlin schon.</p>
<p>Das soll nicht heißen, dass die bundesdeutsche Politik nicht gelegentlich etwas Piratengeist vertragen könnte. <a title="Liquid Democracy - Piratenwiki" href="http://wiki.piratenpartei.de/Liquid_Democracy">Liquid Democracy</a> ist eine gute Idee, der Livestream von Parlaments-, Ausschuss- und anderen Sitzungen möglicherweise ebenso, auch wenn die dröhnende Langeweile mancher derartiger Veranstaltungen nicht zum Abbau von Politkverdrossenheit beitragen wird. Aber, liebe Piraten, dass sind nicht etwa Gedanken und Ideen, die sich jenseits von &#8220;Rechts und Links&#8221; ansiedeln lassen und auch nicht unbedingt &#8220;Vorne&#8221;, wo ihr euch so gerne seht. Das sind vielmehr Ideen, die ich unter der Rubrik &#8220;Geschäftsordnung für eine neue Demokratie&#8221; einordnen würde: wichtig, aber noch kein Programm an sich.</p>
<p>Dass ich auch einmal Pirat war (und u.a. wegen der fehlenden Abgrenzung nach rechts rasch wieder von Bord&#8230; sorry, keine Vergleiche aus der Seefahrt, versprochen!), weiß der eine oder andere. Was mich damals schon ratlos gelassen hat, war das Nichtwissen, mit was für Leuten man da eigentlich in einer Partei sitzt (einer von meinen Mitbegründern der Berliner Piratencrew &#8220;Konrad Zuse&#8221; wurde zuerst rasch Bundesvorstandsmitglied und dann fast ebenso rasch Islamfeind), und was eigentlich, von der Informationsfreiheit, der Reform des Urheberrechts und einigen anderen wichtigen, aber beileibe nicht universellen Themen abgesehen, diese Partei denn nun will.</p>
<p>Ich weiß es, ehrlich gesagt, immer noch nicht (Recherche ist&#8230; s.o.). Was ich weiß: Die Piraten nennen sich nicht nur Partei, sie benehmen sich langsam auch wie eine.</p>
<p>Ätsch.</p>
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		<title>Auto urban</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 17:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadtleben]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
		<category><![CDATA[Bahn]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Geständnis vorweg: Ich besitze ein Auto. Groß, schwer, geländegängig, und die meiste Zeit steht es nur rum. Verpestet in dieser Zeit freundlicherweise nicht die Luft, aber trotzdem. Es ist Zeit, über Alternativen nachzudenken. Die nächstliegende Alternative benutze ich jeden &#8230; <a href="http://konstantinklein.com/auto-urban/">Weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://konstantinklein.com/auto-urban/perd/" rel="attachment wp-att-49"><img class="alignleft size-medium wp-image-49" title="perd" src="http://konstantinklein.com/wp-content/uploads/2012/04/perd-300x169.jpg" alt="Rücklicht-Sharing" width="300" height="169" /></a>Das Geständnis vorweg: Ich besitze ein Auto. Groß, schwer, geländegängig, und die meiste Zeit steht es nur rum. Verpestet in dieser Zeit freundlicherweise nicht die Luft, aber trotzdem. Es ist Zeit, über Alternativen nachzudenken.</p>
<p>Die nächstliegende Alternative benutze ich jeden Tag. Sie fährt mit großen gelben Fahrzeugen durch die Stadt und heißt <a title="BVG.de" href="http://www.bvg.de/">BVG</a>. Nun sind nächstliegende Alternativen nicht immer die spannendsten, und manchmal will man auch dahin, wo große gelbe Fahrzeuge selten sind. Weshalb der Testpilot in mir in den letzten Monaten (merke: Vor-Fahrradzeit!) sich mit sog. Car-Sharing-Firmen befasst hat. <em>Sogenannt</em> sind diese Firmen, weil sie kein Car-Sharing im eigentlichen Sinne betreiben; sie teilen ihre Autos mit niemanden, sondern vermieten sie schlicht &#8211; mit ein paar neuen Ideen.</p>
<p>Wer in Berlin lebt, ist hier klar im Vorteil: Hier balgen sich schon zwei der Carsharer um die Kundschaft, ein dritter bereitet sich darauf vor, mitzubalgen. Von allen dreien habe ich Kundenkarte bzw. Kundenchip in der Brieftasche, getestet habe ich zwei, weil <a title="car2go" href="http://www.car2go.com/">car2go</a> erst Ende April starten soll und vorerst noch Probleme bei der Kundenwerbung hat. Na gut, <a href="https://twitter.com/#!/moeffju/status/195156847668363264">ein Problem</a>.<span id="more-47"></span></p>
<p><strong>Die Bahn</strong></p>
<p>Kandidat No. 1 ist <a title="Flinkster" href="http://www.flinkster.de/">Flinkster</a>. Flinkster wie der Fahrradverleih der Bahn, nur eben mit Autos, und ähnlich&#8230; nun ja, nicht so flexibel. Früher konnte man das Flinkster-Fahrrad nach Gebrauch irgendwo in der Stadt stehenlassen, wo es der nächste Benutzer aufpicken konnte. Heute will das Fahrrad zu einer Sammelstation zurückgebracht werden &#8211; und das Flinkster-Auto genauso.</p>
<p>Flinkster-Autos stehen entweder auf reservierten Parkplätzen am Straßenrand, in Parkhäusern oder auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz. Man reserviert sich den Flinkster per App oder im Netz und muss dabei auch angeben, wie lange man ihn behalten will. Geöffnet wird er durch Wedeln mit der Kundenkarte vor einem Lesegerät; im Handschuhfach finden sich dann Zündschlüssel und Tankkarte. Abgegeben wird der Wagen an der gleichen Stelle; nicht verbrauchte Reservierungszeit wird teilweise erstattet, Überziehen kann Ärger machen, wenn schon ein anderer den Wagen reserviert hat. Bezahlt wird nach Zeit und Kilometer, Sprit ist inbegriffen (deshalb die Tankkarte), und Wagen mit Werbelackierung sind billiger; vom Kleinwagen bis zum Lieferwagen ist alles im Angebot.</p>
<p><strong>BMW i, Mini und Sixt</strong></p>
<p>Der zweite Kandidat ist <a title="DriveNow - CarSharing von BMW i, MINI und Sixt" href="https://www.drive-now.com/">DriveNow</a>, betrieben von BMW und der Mietwagenfirma Sixt. Hier gibt es nur Minis und 1er BMWs, die jeweils aber in einer Ausführung, die auch einen Automuffel zum Nachdenken und Träumen bringt. Und während Flinksters Geschäftsprinzip noch viel vom klassischen Mietwagengeschäft hat, ist DriveNow wie seine angepeilte Kundschaft: urban, spontan, beweglich und unberechenbar.</p>
<p>Die Autos stehen nämlich nicht an festen Stellplätzen, sondern &#8211; siehe Flinkster, das Fahrrad &#8211; dort (innerhalb des Berliner S-Bahnringes, mehr oder weniger), wo ihn der letzte Benutzer abgestellt hat. Geortet werden die Autos ebenfalls per App oder im Browser; gebucht werden können sie nur eine Viertelstunde im Voraus, was in einem Testfall schon zu einem Eilmarsch in einer Gegend der Stadt, in der nur ein Drive-Now Auto stand, geführt hat.</p>
<p>Geöffnet werden auch sie per Wedeln mit dem Kundenchip, der auf den Führerschein geklebt wurde (was bei meiner Uraltpappe von 1976 etwas anachronistisch aussieht). Innen begrüßt einen ein Android-Navi mit Namen, fragt, ob der Wagen sauber und/oder beschädigt ist, und bietet danach Navigation oder einfach die Ortung auf Google-Maps an. Gestartet und gestoppt wird per Druck auf den Starterknopf &#8211; und, bei einigen Modellen, beim Ampelstopp, was etwas verwirrend ist, wenn man nicht darauf gefasst ist.</p>
<p>Angerechnet wird nur nach Zeit: 29 Cent pro Fahrminute und 10 Cent pro Parkminute. Das Ergebnis ist billiger als ein Taxi, aber &#8211; logisch &#8211; teurer als die großen Gelben. Auch hier ist der Sprit inbegriffen, und hier werden die Autos sogar von Mitarbeitern aufgetankt, wenn grad keiner hinguckt.</p>
<p><strong>Der urbane Fahrer</strong></p>
<p>Billiger als ein Auto, das hauptsächlich rumsteht, sind Carsharing-Angebote allemal. Außerdem muss der Nutzer sich nicht um Werkstatt, TÜV und Autowäsche kümmern &#8211; für faule Säcke ein unschlagbares Plus. Der Nachteil: Außerhalb des Stadtverkehrs ist ein konventionelles Mietauto rasch billiger. Und: Man sollte auch als Berliner nicht allzu weit vom Stadtkern entfernt wohnen, sonst bleibt rasch wieder nur die BVG, oder das Taxi, oder der eigene Wagen, oder das Fahrrad.</p>
<p>Schön. Und &#8211; Achtungachtung, es spricht der Altgrüne, von dem ich bis gerade eben nicht wusste, dass er in mir wohnt! &#8211; es führt ein wenig in die richtige und ein wenig in die falsche Richtung. Ein Blick auf die App nach dem Abstellen eines DriveNow-Minis zeigt, dass der Wagen oft schon nach einer halben Stunde wieder genutzt wird; die Autos werden also intensiver gefahren als (fast) jedes Privatauto. Es bleibt trotzdem ein Auto, das Abgase ausstößt und Straßenraum wegnimmt, und schneller als eine <del>S-Bahn</del> U-Bahn-Fahrt durch die Stadt ist der Mini oder auch der Flinkster nicht. Der urbane Mensch des 21. Jahrhunderts hat aber mit diesen Angeboten eine weitere Ausrede, nicht auf den Bus warten zu müssen.</p>
<p>Der Wagen, der im Hof steht, der große, schwere, gerät unterdessen zunehmend in Rechtfertigungszwang.</p>
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		<title>Zurück auf Los</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 21:53:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzleben]]></category>
		<category><![CDATA[blogging]]></category>
		<category><![CDATA[journal]]></category>
		<category><![CDATA[konstantinklein.com]]></category>
		<category><![CDATA[neuanfang]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies ist kein Blog. Am 30. Oktober 2000 startete ich von meinem Arbeitszimmer in einem Vorort der US-Hauptstadt Washington DC etwas, das sich rasch als Weblog, kurz Blog entpuppte. Schon damals bloggte ich überwiegend oder ausschließlich auf deutsch, weil sich &#8230; <a href="http://konstantinklein.com/zuruck-auf-los/">Weiterlesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist kein Blog.</p>
<p>Am 30. Oktober 2000 startete ich von meinem Arbeitszimmer in einem Vorort der US-Hauptstadt Washington DC etwas, das sich rasch als Weblog, kurz Blog entpuppte. Schon damals bloggte ich überwiegend oder ausschließlich auf deutsch, weil sich meine Texte an Redaktionen, also potentielle oder schon existierende Kunden in Deutschland richteten. Zwar stellte sich rasch heraus, dass Redakteure damals noch keine Blogs lasen; dafür fand worldwideklein.com (drunter tat ich&#8217;s nicht) ein Publikum in der damals noch kleinen deutschen Bloggergemeinde.</p>
<p>Das ist lange her, elfeinhalb Jahre fast. Die Zeiten, sie a-verändern sich&#8230;</p>
<p>Inzwischen haben sich auch die Bräuche in Klein-Bloggersdorf &#8211; wie es damals genannt wurde &#8211; verändert. Manche betreiben ein Tumblelog, andere ziehen sich auf Plattformen wie Google+ zurück, und es braucht schon ein paar gestandene (lies: ältere) Herren, um auf die <a title="Sascha Lobo: Euer Internet ist nur geborgt" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,827995,00.html">Vorzüge eines eigenen Weblogs</a> hinzuweisen.</p>
<p>Dies ist kein Blog.<span id="more-7"></span></p>
<p><strong>Die Kleinkriege der frühen Jahre</strong></p>
<p>Hach. In den ersten Monaten und Jahren hatte die Sache etwas Familiäres. Man überraschte sich gegenseitig regelmäßig mit neuen, selbstgebastelten Layouts, musste sich dafür aber auch Kritik für nicht standardgemäßes HTML-Gewurschtel anhören. Man stritt sich mit Begeisterung über Post- und Linkdichte, über die Wichtigkeit von Kommentarfunktionen, über die Verwerflichkeit von kommerziellen Einsprengseln, über den Unterschied zwischen Internet-Tagebuch und Weblog. Und keiner wollte ein Internet-Tagebuch haben, alle behaupteten, ein Weblog zu führen. Aber natürlich wollte keiner sich als Journalist bezeichnen lassen, weil Blogger etwas anderes, besseres waren. Was mich als Journalisten dumm dastehen ließ.</p>
<p>Anders ausgedrückt: In den ersten Monaten und Jahren hatte die Sache etwas unsagbar Piefiges. Aber schön war es doch (Einsatz schmalziges Gefiedel).</p>
<p><strong>Dies ist kein Blog.</strong></p>
<p>Denn so richtig und wichtig die Behauptung der erwähnten älteren Herren über die Relevanz einer eigenen Plattform im Netz ist: Die Form des Weblogs, wie ich sie mit Unterbrechungen seit elfeinhalb Jahren betrieb, hat sich überholt. Der Zettelkasten aus linkreichen Kurztexten zu allem, was mich so interessiert, ist eine journalistische (doch!) Form, die sich überlebt hat. Kurznachrichten, Kurzgags und der andere Kurzkram findet überwiegend auf Kurzplattformen statt; tatsächlich lese ich von den übriggebliebenen Bauchladenblogs der frühen Jahre nur noch eines regelmäßig (Hinweis: Es wird <a title="Der Schockwellenreiter: Das Dutzend ist voll" href="http://www.schockwellenreiter.de/blog/2012/04/24/das-dutzend-ist-voll-12-jahre-schockwellenreiter/">in Neukölln veröffentlicht</a> &#8211; seit zwölf Jahren kontinuierlich). Die Blogs, die mich heute interessieren, sind überwiegend professionell geschriebene Netzveröffentlichungen von guter Qualität.</p>
<p>Leider ist sowas mit Aufwand verbunden &#8211; Aufwand, den ich als vollzeitbeschäftigter Redakteur und Beziehungsteilnehmer mir selbst nicht gewährleisten kann. Deshalb ist dies kein Blog.</p>
<p>Stattdessen sehe ich es als meine Repräsentanz (hui!) im Netz an, mit Elementen, die möglicherweise Eigenschaften eines Journals annehmen können. Also eines Tagebuches. So.</p>
<p><strong>What happened to the cool URIs?</strong></p>
<p>Besagte <a title="Cool URIs don't change" href="http://www.w3.org/Provider/Style/URI">coolen Adressen</a> auf Inhalte, die einmal im Netz gestanden haben und unveränderlich erreichbar bleiben sollen &#8211; so hat es Sir Timothy Berners-Lee postuliert &#8211; gibt es hier nicht mehr. Wenn schon Schnitt und Neuanfang, dann richtig. Meine Serverstatistiken der letzten Monate haben gezeigt, dass die früheren Dauerbrenner nicht mehr zünden, sprich: aufgerufen werden. Also fort damit.</p>
<p><strong>Neuanfang</strong></p>
<p>Stattdessen versuche ich hier und jetzt, im Sinne eines offenen Netzes ganz von vorne anzufangen. Dies bedeutet, dass Kommentare nicht nur unter Blog-, pardon: Journaleinträgen möglich sind, sondern (mit der eventuellen Ausnahme des Kontaktformulars, aus Gründen) überall. Dies bedeutet auch, dass sämtliche Inhalte unter einer CC-Lizenz stehen und bei Einhaltung der Lizenzbedingungen jederzeit weiterverwendet werden dürfen. Und vielleicht fallen mir noch ein paar andere Dinge ein, um diese meine Ecke im Netz etwas offener zu gestalten.</p>
<p><strong>Welcome. Und Tach auch.</strong></p>
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