Lavadings

Lavaboom is missing you

Lavaboom is missing you

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich an dieser Stelle von Lavaboom berichtet, einem deutschen Unternehmen, das – wie viele andere in der Zwischenzeit – verschlüsselte Mail transparent und für jedermann brauchbar anbieten will. Seitdem stehe ich auf deren Interessentenliste, und letzte Woche bekam ich dann die Aufforderung, beim Beta-Launch mit dabeizusein.

Meine diesbezüglichen ersten Erfahrungen habe ich (übungshalber) mal im Nebenraum aufgeschrieben, wo sie seit zwei Tagen stehen (Hinweis: sie sind nicht gut). Vielleicht war die Entscheidung für einen öffentlichen Launch noch etwas zu früh. In den ersten Tagen funktioniert eigentlic nur das Verschicken und Empfangen unverschlüsselter Mail einigermaßen problemfrei. In der Zwischenzeit habe ich versucht, Lavaboom Feedback und einige Fragen zu schicken – wie es sich gehört, verschlüsselt. Und meine Erfahrungen damit machen nicht mehr Mut. Kurz: Noch nicht eine verschlüsselte Mail kam problemlos durch, die meisten sogar unlesbar oder gar nicht.

Update: Offenbar arbeiten die Lavaboys und -girls heftig an den Problemen. Einkommende verschlüsselte Mails lassen sich jetzt entschlüsseln und darstellen (vorausgesetzt, sie sind PGP/inline-formatiert!), und ausgehende Mails, die bisher einfach verschwunden waren, trudeln jetzt, Stunden und Tage später, ein. Sie bleiben immer noch schwer lesbar – weder Thunderbird noch ein Webmailer mit Mailvelope können mit dem seltsamen Konstrukt von Plain Text und eins, zwei, drei Anhängen etwas anfangen, weshalb ich die Nachricht in ihre Einzelteile zerlegt auf der Kommandozeile entschlüsseln musste. Nicht wirklich intuitiv, und schon gar nichts für Anfänger. Aber es tut sich was.

Und vielleicht antworten die Lavaanse Jongens ja doch noch – dann kann ich hier und dort (dort eher nicht, weil HubPress auch noch so seine Probleme hat) aktualisieren und ggf. berichtigen.

Noch’n Update: Einer hat sich gemeldet – von seinem privaten Mail-Account aus. Und er verspricht Besserung. Der Bug, wonach verschickte verschlüsselte Mails zwar in der „Sent“-Liste auftauchen, sich aber nicht mehr öffnen lassen, ist offenbar inzwischen behoben.

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Statisch, mal wieder

Für mitlesende Dauergäste ist es inzwischen ein running gag: icke und die Suche nach einem brauchbaren Tool, um eine dynamische Blogmaschine wie das hier verwendete WordPress durch eine zu ersetzen, die statische Seiten ausschreibt und damit evtl. auch sicherer zu betreiben ist. Meine ersten Gehversuche in dieser Richtung mit Octopress habe ich hier beschrieben; jetzt – Achtungachtung – gibt es einen zweiten Versuch, ebenfalls mit statischen Blogseiten, ebenfalls bei Github gehostet.

Das Mittel der Wahl heißt diesmal HubPress und war mir bis vorgestern gänzlich unbekannt. Jetzt lerne ich es langsam kennen, merke schnell, dass es noch nicht produktionsreif ist (was aber auch niemand behauptet hat – HubPress ist noch sehr jung) und dokumentiere jetzt und in den nächsten Wochen unter der angegebenen Adresse meine ersten Erfahrungen damit.

Im Gegenzug habe ich in den letzten Tagen gemerkt, dass es auch Vorteile hat, ein altes Schlachtross wie WordPress einzusetzen; mit jeder der inzwischen getesteten Lösungen wäre es mir schwer gefallen, von der re:publica so zu berichten, wie ich es getan habe.

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re: state of the re:publica

Dritter Tag der re:publica 2015. Wie immer, der Tag für die Spezialthemen, fürs Bunte, (Update: fürs Anspruchsvolle, siehe weiter unten), für alle die, die nur zwei Tage für die re:publica frei machen (können) und sich den Dritten Tag verkneifen.

Ruhige Minuten auf der re:publica

Ruhige Minuten auf der re:publica

Das bedeutet keinesfalls, dass die Themen des Dritten Tages weniger wichtig sind. Aber gegen den Keynote-Lieferer Ethan Zuckerman (Video), gegen die offenbar stellare (hö, hö) performance von Alexander Gerst (ein Astronaut! Ein echter Astronaut!! Habe ich leider nicht gesehen wg. Medien-Fachdiskussion) (die ich mir hätte sparen können) (Video) oder auch gegen Pflichtveranstaltungen wie den Vortrag von Cory Doctorow (Video), vor allem gegen den Promi-Wert solcher Veranstaltungen kommen die Themen des Dritten Tages eben nicht so an. Weshalb ich am Dritten Tag zur Abwechslung nicht von einem Termin zum anderen wetze.

Parkplatz!

Parkplatz!

Sondern auch mal Zeit zum Nachdenken (und für diesen Text) habe. Nach drei re:publicae, die ich aus den unterschiedlichsten Gründen ausgelassen habe, bin ich diesmal also auf einem Kongress für Gegenwart und Zukunft in Politik, Technik und Gesellschaft (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) gelandet. Habe was gelernt (siehe auch die vorhergehenden Beiträge), fand die Veranstaltungen zu den Medienthemen nur bedingt hilfreich – vor allem in der Hinsicht, dass ich wenig Neues erfahren habe, was mir sagt, dass ich in Sachen Medienentwicklung doch so einigermaßen auf dem Stand der Dinge bin – und finde mich immer wieder in den Reihen vor STG-01, der größten Bühne, wieder. Bin ich doch soo mainstream?

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re:publica: Unter der Hochbahn

Der Hof der STATION Berlin

Der Hof der STATION Berlin

re:publica-Besucher hatten in den Jahren, in denen die re:publica schon in der STATION Berlin zuhause ist, genug Gelegenheit, sich daran zu gewöhnen, dass alle paar Minuten ein Zug der U-Bahnlinie 12 (früher und in Zukunft wieder: U1) über ihre Köpfe dröhnt. Die wenigsten werden wissen, dass genau an dem Ort, an dem sie heute von den rp-Sitzungen verschnaufen, das größte Unglück in der Geschichte der Berliner U-Bahn stattgefunden hatte.

Hochbahnunglück am Gleisdreieck

Hochbahnunglück am Gleisdreieck (Quelle: Wikipedia – gemeinfrei)

Dort, wo heute der U-Bahnhof Gleisdreieck liegt, war ursprünglich ein tatsächliches Gleisdreieck zwischen den Hochbahnlinien Richtung Kreuzberg, Potsdamer Platz und Charlottenburg. Am 26. September 1908 übersah ein U-Bahn-Fahrer ein Signal und fuhr einem anderen Zug in die Seite; ein Triebwagen entgleiste und stürzte in den Hof, der heute zur STATION Berlin gehört. 17 Menschen kamen dabei ums Leben, 18 wurden schwer verletzt.

In der Folge wurde das Gleisdreieck zu einem Kreuzungsbahnhof umgebaut, und seit den 90er Jahren gibt es auch keine Gleisverbindung zwischen den kreuzenden Linien mehr.

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