Tut, Tut!

Es tut (sorry…) sich was in Sachen Verschlüsselung für die ungewaschenen Massen: Nach den Betatestern von ProtonMail und den Adressensammlern von Lavaboom (haben meine Mailadresse, haben aber sonst noch nichts von sich hören lassen) stolpere ich heute eher zufällig über Tutanota, ein weiteres Angebot, E-Mail bequem und end-to-end verschlüsseln zu können, ohne sich mit dem ganzen Technikkram von PGP, S/MIME und so herumschlagen zu müssen.

Tutanota at work

Tutanota at work

Tutanota kommt – finde ich ja immer gut – aufgeräumt und klar daher, und weil es vergleichsweise neu ist, fehlen auch Schnickschnack-Funktionen wie Ordnerverwaltung und so. Aber a) wer braucht das schon, und b) kann ja noch kommen.

Der Text der abgebildeteten Testmail (lesbar nach dem Klick aufs Bild) kommt übrigens courtesy of Bavaria ipsum. Weil es geht™.

Was bietet Tutanota? Laut der hauseigenen FAQ bietet es transparente, asymmetrische Verschlüsselung für alle Mails von Tutanota-Nutzer zu Tutanota-Nutzer. Da die Welt aber leider überwiegend aus Tutanota-Nichtnutzern besteht, bietet Tutanota für Nachrichten an solche Nutzer eine symmetrische Verschlüsselung an: Tutanota-Absender vereinbart mit Nicht-Tutanota-Empfänger ein Passwort und verschickt Nachricht. Nicht-Tutanota-Empfänger bekommt unverschlüsselte Mail mit einem Link zu Tutanota, unter dem er nach Eingabe des Passwortes die verschlüsselte Nachricht lesen und ebenso verschlüsselt antworten kann. Damit löst Tutanota das Problem, dass die allermeisten Mailnutzer sich mit Verschlüsselung nicht näher beschäftigen wollen, genauso wie Hushmail, StartMail (immer noch in der closed beta – wann kommen die eigentlich mal aus dem Knick?) und der erst kürzlich vorgestellten ProtonMail (wobei ProtonMail nicht die Möglichkeit der verschlüsselten Antwort ohne eigenen Account erlaubt).

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Ein Ping aus der Vergangenheit

Heute morgen in meiner Mailbox: die Information, dieser oder jener habe meinen FriendFeed abonniert.

Friendfeed. Dieses Dings aus dem Jahr 2007 (sagt die englische Wikipedia, die deutsche schweigt sich zu dem Thema ganz aus), gegründet von ehemaligen Google-Menschen, heute zu meiner Überraschung zu Facebook gehörend. Dieses Dings, das die diversen sozialen Aktivitäten eines Mitglieds sammelte (auf heutige Maßstäbe übertragen, also ein Selfie-Aggregator) und sowohl auf einer Seite wie auch als RSS-Feed wiedergab – und, wenn ich mich recht erinnere, auch selbst wieder andere Seiten mit dem eingesammelten Treibgut füttern konnte. Lange vor IFTTT.

Jetzt mal ehrlich: Wer hat sich überhaupt noch an FriendFeed erinnert? Warum betreibt Facebook das noch? Und warum abonniert User X meinen FriendFeed, wo ich doch seit Jahren noch nicht einmal an den Dienst gedacht, geschweige denn irgendwas mit ihm gemacht hätte?

Es stellt sich heraus: Nach all den Jahren sammelt FriendFeed unter der alten Adresse immer noch meine Aktivitäten auf Flickr und YouTube (das dürften die einzigen sein, bei denen ich in den letzten Jahren weder Benutzername noch Adresse geändert habe), und das scheint für User X Grund genug zu sein, auf “Abonnieren” zu klicken.

Ein Ping aus der Vergangenheit. Mit schaurigem Hall unterlegt, und mit den dumpfen Geräuschen einer Maschinerie, die unbeachtet Jahre vor sich hinarbeitet. Spuk. Internet-Spuk.

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Der Jahrestag

Anderswo im Netz und in der Welt begeht der Netzmensch den Reset the Net-Tag, regt sich über den Un-Aktionismus deutscher Strafverfolger auf oder ist sonstwie aktiv bzw. aufgeregt. Und ich so?

Ich sitze nach einem Tag in  Sitzungsräumen schon wieder, diesmal amWeltraumbahnhof Mos Isley Flughafen Köln-Bonn, tippe diesen Text in meine Funkquatsche inzwischen zuhause vor dem heimischen Rechner, und bin am Jahrestag der ersten Snowden-Veröffentlichungen eher deprimiert.

Ich weiß (und Sie doch auch, oder?): Sicherheit muss wehtun, damit man sie spürt. Sicherheit – in Form von PGP-verschlüsselten Daten – tut weh, jedes Mal, wenn man eine lange und komplizierte Passphrase eintippen muss, um an die gewünschten Daten zu kommen. Aber weil es weh tut, ist es eben auch sicher.

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Liebes Mitvolk!

Wir müssen reden. Es dauert auch nicht lange.

Du, Mitvolk, und ich wissen Bescheid. Spätestens seit Snowden wissen wir Bescheid, und seit den Nicht-Reaktionen unserer Regierenden auf Nicht-Auskünfte und Nicht-Versprechen unserer besten Freunde jenseits des Atlantiks haben wir auch all die Klarheit, die wir uns nicht gewünscht haben: Es gibt im derzeitigen politischen System keine Absichten, uns unsere Privatsphäre zu lassen, aber alle Absichten, sie noch weiter auszuhöhlen, gerne im Namen eines un-erklärten Krieges gegen den Terror – “un-erklärt” in dem Sinne, dass mir noch niemand wirklich erklären konnte oder wollte, welche Terroranschläge denn durch massenhafte Überwachung unserer elektronischen Kommunikation bisher verhindert werden konnten.

Aber egal. Wir haben es mit Regierenden zu tun, die kein Interesse daran haben, sich wirklich für unsere Privatsphäre einzusetzen, denn: Wissen ist Macht. Nichts wissen macht machtlos.

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